Modul II - Grundwissen

Märkte & Produkte

Bevor du etwas handelst, musst du wissen, WAS du handelst. Das Produkt entscheidet über Risiko, Kosten und Hebel. Ein Chart sieht überall ähnlich aus, das dahinterliegende Instrument verhält sich aber völlig unterschiedlich.

Mit Hebel steuert eine kleine Margin eine große Position. Bewegungen wirken auf die ganze Position, nicht nur auf deinen Einsatz.

Ein Anteil an einem Unternehmen. Wer eine Aktie hält, besitzt einen kleinen Teil der Firma und kann an Wertsteigerung und Dividenden teilhaben. Aktien sind der klassische Fall von Investieren.

Ein Korb aus vielen Werten, der einen ganzen Markt abbildet (zum Beispiel der DAX oder der S&P 500). Ein Index zeigt die Gesamtrichtung statt einzelner Aktien. Gehandelt wird er meist über Derivate wie Futures oder CFDs.

Der Devisenmarkt, also der Handel von Währungspaaren wie EUR/USD. Es ist der größte und liquideste Markt der Welt und läuft fast rund um die Uhr. Forex wird üblicherweise gehebelt gehandelt.

Digitale Vermögenswerte wie Bitcoin oder Ethereum, die auf Blockchains laufen. Sehr volatil, rund um die Uhr handelbar und je nach Plattform kaum reguliert. Hohe Chancen, aber auch hohe Risiken.

Standardisierte, rechtlich bindende Verträge, einen Basiswert zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Sie werden über regulierte Futures-Börsen gehandelt und sind im Orderflow-Trading das zentrale Instrument.

Eine Option gibt dem Käufer das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu kaufen oder zu verkaufen. Mächtig, aber komplex, und nichts für den ersten Tag.

CFDs (Contracts for Difference) sind gehebelte Differenzgeschäfte: Du handelst nur die Preisdifferenz, ohne den Basiswert zu besitzen. Die BaFin weist ausdrücklich auf die erhebliche Verlustgefahr durch die Hebelwirkung hin.

Ein Derivat leitet seinen Wert von einem Basiswert ab (Aktie, Index, Rohstoff, Währung). Futures, Optionen und CFDs sind Derivate. Am Spot-Markt kaufst du den Wert direkt; am Derivatemarkt handelst du einen Vertrag darauf, oft gehebelt.

Margin ist der Betrag, den du als Sicherheit hinterlegst. Der Hebel sorgt dafür, dass diese kleine Margin eine viel größere Position steuert. Das vergrößert Gewinne und Verluste im exakt gleichen Maß.

Bei Futures kann ein Verlust über die hinterlegte Margin hinausgehen, du kannst also mehr verlieren, als du eingezahlt hast. Bei CFDs gilt für Privatkunden in der EU dagegen ein gesetzlicher Negativsaldoschutz: Du verlierst nie mehr als dein Kontoguthaben. Genau deshalb ist nicht jedes Produkt für Anfänger geeignet. Das Produkt bestimmt Risiko, Kosten, Hebel, Handelszeiten und psychologische Belastung.

Nicht jedes Produkt ist nur ein anderer Chart. Das Produkt bestimmt dein Risiko.