SCHRITT 02TPO / MARKET PROFILE

TPO & Market Profile

Das Volume Profile zeigt dir, wie viel auf jedem Preis gehandelt wurde. Das Market Profile stellt die andere Frage: wie lange war der Markt auf jedem Preis aktiv? Sein Baustein heißt TPO, Time Price Opportunity. Beide kartieren dieselbe Auktion mit unterschiedlicher Einheit, und genau deshalb ergänzen sie sich.

Diese Lektion ist die lange Version. Sie geht von den Bausteinen (Initial Balance, Value, Excess, Single Prints) über die Frage, wer den Markt gerade steuert (Activity Types, andere Zeitebene, Overnight Inventory), bis zum großen Bild (Brackets, Tagestypen). Roter Faden bleibt: TPO ist Kontext, kein Signal.

Woher es kommt: Das Market Profile wurde von J. Peter Steidlmayer am Chicago Board of Trade in den 1980er-Jahren entwickelt und später von James Dalton bekannt gemacht. Es ist die praktische Darstellung der Auction Market Theory.

Was ist ein TPO?

Faktisch lässt sich sagen: Ein TPO ist eine Zeiteinheit, die zu einem Preis gehört. Der Handelstag wird in Perioden geschnitten (klassisch 30 Minuten, die Wahl ist Konvention, kein Gesetz), und jede Periode bekommt einen Buchstaben: A, B, C und so weiter. Berührt der Markt während Periode A einen Preis, steht dort ein „A". Kommt er in Periode B wieder, steht ein „B" daneben.

Die Mechanik dahinter ist simpel: Zeit ist die Konstante (jede Spalte eine Periode), Preis die Variable. Ein neuer Höchst- oder Tiefstpreis lässt das Profil vertikal wachsen, ein wiederholter Preis horizontal. Viele Buchstaben auf einem Preis heißt viel Zeit, also viel Akzeptanz. Wenige heißt: der Markt war nur kurz da und zog weiter. Alles Weitere sind nur Namen für Muster in dieser Verteilung.

Das Board unten ist dieselbe Darstellung wie auf der Startseite. Schalte zwischen Kerzenchart, geschlossen und aufgeklappt um und fahre über die Begriffe, um Konzepte hervorzuheben. Der Kerzenchart zeigt dieselben Daten so, wie du sie aus dem normalen Chart kennst: eine Kerze pro Periode, also pro 30 Minuten. Ohne Interaktion läuft eine geführte Tour automatisch.

7202.50
7197.50
7163.75
INITIAL BALANCE (IB)
Perioden A & B markieren die erste Stunde.
SINGLE PRINTS
Preislevel mit nur einem TPO (hier 'm').
Zeigt starkes Momentum ohne Gegenwehr.
VALUE AREA
Value Area High & Low. Rund 70% der TPOs (Zeit, nicht Volumen) liegen zwischen diesen Preisen.
TPO POC
Point of Control. Das Preisniveau, auf dem die meiste Zeit verbracht wurde.
EXCESS (BUYING TAIL)
Aggressiver Preisrücklauf am Rand des Profils.
Signalisiert starke Ablehnung dieser Preise.
UNFINISHED AUCTION
Mehrere Perioden (c, d, e) enden am exakt selben Hoch.
Kein klarer Abschluss – Preis wird oft nochmals getestet.
n
n
n
mn
mn
m
m
m
klm
klm
cdejklm
cdejklm
Fcdejklm
FHacdefjklm
FGHIabcdefjklm
FGHIabcdefijklm
EFGHIabcdfijklm
AEGHIabcdfijklm
AEGHIabcfijklm
AEHIabcfijklm
ADEHIabfhijkl
ABDEIabfhijkl
ABDEIafhij
ABDIJZafhij
ABDIJZafhij
ABCDIJXZafh
ABCDJXYZafh
ABCDJXYZafh
ABCDJXYZafh
ACJKXYZafh
ACJKXYZfh
ACJKXYZfh
AJKLXYZfh
AJKLXYfh
AJKLWXYfh
AJKLVWXYfgh
AJKLVWXYfgh
AJKLMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
AJMTUVWfgh
AJMTUVWfgh
AMTUVWfgh
AMSTUVWfg
AMSTUWg
AMSTUWg
AMOSTUWg
AMOPSTUWg
AMNOPRSTWg
AMNOPRSg
AMNOPRSg
ANOPRS
ANOPRS
ANOPR
ANOPR
NOPR
NOPR
NPQR
PQR
QR
Q
Q
Q
Q
Q
Q
Q
Aufgeklappt: jede Periode (A, B, C ...) steht an ihrer Zeitspalte. Fahre über die Begriffe oder schalte oben um: geschlossen schiebt die Perioden zum Profil zusammen, der Kerzenchart zeigt jede Periode als 30-Minuten-Kerze. Beispielprofil, VAH 7202.50 / POC 7197.50 / VAL 7163.75.

Aufgeklappt oder geschlossen?

Es sind dieselben Daten in zwei Lesarten:

  • Aufgeklappt (der Ablauf): Jede Periode steht an ihrer eigenen Spalte. Du liest den Tag chronologisch und siehst Single Prints, Tails und unfertige Ränder, also wie der Markt dorthin kam.
  • Geschlossen (die Verteilung): Alle Buchstaben werden nach links zusammengeschoben. Übrig bleibt die Form: wo der Markt breit (viel Zeit) und wo er schmal war. Hier springen POC und Value Area ins Auge.
7202.50
7197.50
7163.75
INITIAL BALANCE (IB)
Perioden A & B markieren die erste Stunde.
SINGLE PRINTS
Preislevel mit nur einem TPO (hier 'm').
Zeigt starkes Momentum ohne Gegenwehr.
VALUE AREA
Value Area High & Low. Rund 70% der TPOs (Zeit, nicht Volumen) liegen zwischen diesen Preisen.
TPO POC
Point of Control. Das Preisniveau, auf dem die meiste Zeit verbracht wurde.
EXCESS (BUYING TAIL)
Aggressiver Preisrücklauf am Rand des Profils.
Signalisiert starke Ablehnung dieser Preise.
UNFINISHED AUCTION
Mehrere Perioden (c, d, e) enden am exakt selben Hoch.
Kein klarer Abschluss – Preis wird oft nochmals getestet.
n
n
n
mn
mn
m
m
m
klm
klm
cdejklm
cdejklm
Fcdejklm
FHacdefjklm
FGHIabcdefjklm
FGHIabcdefijklm
EFGHIabcdfijklm
AEGHIabcdfijklm
AEGHIabcfijklm
AEHIabcfijklm
ADEHIabfhijkl
ABDEIabfhijkl
ABDEIafhij
ABDIJZafhij
ABDIJZafhij
ABCDIJXZafh
ABCDJXYZafh
ABCDJXYZafh
ABCDJXYZafh
ACJKXYZafh
ACJKXYZfh
ACJKXYZfh
AJKLXYZfh
AJKLXYfh
AJKLWXYfh
AJKLVWXYfgh
AJKLVWXYfgh
AJKLMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
AJMTUVWfgh
AJMTUVWfgh
AMTUVWfgh
AMSTUVWfg
AMSTUWg
AMSTUWg
AMOSTUWg
AMOPSTUWg
AMNOPRSTWg
AMNOPRSg
AMNOPRSg
ANOPRS
ANOPRS
ANOPR
ANOPR
NOPR
NOPR
NPQR
PQR
QR
Q
Q
Q
Q
Q
Q
Q
Geschlossen: dieselbe Session als reine Verteilung. Die breiteste Reihe ist der POC, die mittleren rund 70% sind die Value Area.

Merksatz: Aufgeklappt ist das Tagebuch der Auktion, geschlossen ihre Bilanz. Profis wechseln bewusst: erst die Form lesen, dann verstehen, wie sie entstand.

Initial Balance & Range Extension

Die Initial Balance ist die Preisspanne der ersten beiden Perioden (A und B), grob die erste Handelsstunde. Sie ist der erste Rahmen des Tages, eine Art Basis. Eine breite Basis ist schwer umzustoßen, eine schmale leicht.

Range Extension ist alles, was darüber hinausgeht: Handel jenseits der IB. Das ist eine markt-mechanische Interpretation: Die andere Zeitebene (Other Time Frame, die längerfristigen Teilnehmer wie Swing-Trader und Institutionen, im Gegensatz zum kurzfristigen Day-Trader) hat die frühen Auktionen beobachtet und greift dann initiativ ein. Je stärker diese Kontrolle, desto häufiger und länger die Extension, und desto langgestreckter das Profil. Wichtig: Eine Extension in der letzten Periode erzeugt noch keinen Tail, ein Tail braucht die Bestätigung durch mindestens eine weitere Periode.

RANGE EXTENSIONSpätere Perioden sprengen die Initial BalanceAUFGEKLAPPTGESCHLOSSENIB-HochIB-TiefRangeExtension ↑über IB-HochLKLKLJKJKIJIJIJBEIABCEGIABCEGHABCDEGHABCDFGHABDFGHBDFHBFLKLKLJKJKIJIJIJBEIABCEGIABCEGHABCDEGHABCDFGHABDFGHBDFHBFErst wenn spätere Perioden über IB-Hoch akzeptiert werden, ist die Extensionechte initiative Aktivität, nicht nur ein kurzer Ausreißer.
Initial Balance (A, B, hell markiert) steckt die erste Stunde ab. Drucken spätere Perioden über IB-Hoch, ist das Range Extension nach oben, ein Zeichen initiativer Aktivität der anderen Zeitebene. Links aufgeklappt, rechts zum Profil geschlossen.

Value Area & POC

Der POC (Point of Control) ist die breiteste Reihe: der Preis mit den meisten TPOs, also der meisten Zeit und der höchsten Akzeptanz. Im Beispielprofil oben liegt er bei 7197.50. Rund um ihn liegt die Value Area, per Konvention die etwa 70% der TPOs, in denen sich der Markt am wohlsten fühlt. Ihre Grenzen heißen VAH (oben, 7202.50) und VAL (unten, 7163.75).

Die Kurzformel dahinter lautet Preis + Zeit = Value (so bei Steidlmayer; oft auch als Preis × Zeit zitiert). Und ein zentraler Gedanke: Value ist zeitebenen-relativ und Gegenwart. Derselbe Preis kann für den Tageshändler fair und für den langfristigen Teilnehmer ein Schnäppchen sein. Der Markt ist nicht „effizient", sondern „effektiv": Er muss erst zu hoch und zu tief auktionieren, um herauszufinden, wo Value liegt.

Sauber getrennt: Die 70%-Definition ist eine Domänenkonvention: eine Vereinbarung, die sich in der Market-Profile-Welt eingebürgert hat, weil sie praktikabel ist (angelehnt an eine Standardabweichung), kein Naturgesetz und keine geprüfte Wahrheit. Und der TPO-POC (meiste Zeit) ist nicht zwingend derselbe Preis wie der Volumen-POC (meistes Volumen).

Excess & Tails

Excess entsteht, wenn der Markt zu weit von der Value weg auktioniert und die andere Zeitebene das als Chance erkennt, aggressiv eingreift und den Preis zurücktreibt. Im Tagesprofil zeigt sich das als Tail: ein Buying Tail am Tief (tiefere Preise werden abgelehnt), ein Selling Tail am Hoch. Auch ein Gap ist eine Form von Excess, ein „unsichtbarer Tail".

Excess markiert ein sauberes Auktionsende und damit eine beachtete Referenz für später. Aber: Es ist erst im Nachhinein erkennbar, und es ist eine Referenz, kein Selbstläufer. Handelt der Markt später durch ein Excess-Niveau hindurch, ist die Gegenseite mit hoher Überzeugung unterwegs, dann spricht das eher für Fortsetzung in die neue Richtung.

7202.50
7197.50
7163.75
INITIAL BALANCE (IB)
Perioden A & B markieren die erste Stunde.
SINGLE PRINTS
Preislevel mit nur einem TPO (hier 'm').
Zeigt starkes Momentum ohne Gegenwehr.
VALUE AREA
Value Area High & Low. Rund 70% der TPOs (Zeit, nicht Volumen) liegen zwischen diesen Preisen.
TPO POC
Point of Control. Das Preisniveau, auf dem die meiste Zeit verbracht wurde.
EXCESS (BUYING TAIL)
Aggressiver Preisrücklauf am Rand des Profils.
Signalisiert starke Ablehnung dieser Preise.
UNFINISHED AUCTION
Mehrere Perioden (c, d, e) enden am exakt selben Hoch.
Kein klarer Abschluss – Preis wird oft nochmals getestet.
n
n
n
mn
mn
m
m
m
klm
klm
cdejklm
cdejklm
Fcdejklm
FHacdefjklm
FGHIabcdefjklm
FGHIabcdefijklm
EFGHIabcdfijklm
AEGHIabcdfijklm
AEGHIabcfijklm
AEHIabcfijklm
ADEHIabfhijkl
ABDEIabfhijkl
ABDEIafhij
ABDIJZafhij
ABDIJZafhij
ABCDIJXZafh
ABCDJXYZafh
ABCDJXYZafh
ABCDJXYZafh
ACJKXYZafh
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ACJKXYZfh
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AJKLVWXYfgh
AJKLVWXYfgh
AJKLMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
AJMTUVWfgh
AJMTUVWfgh
AMTUVWfgh
AMSTUVWfg
AMSTUWg
AMSTUWg
AMOSTUWg
AMOPSTUWg
AMNOPRSTWg
AMNOPRSg
AMNOPRSg
ANOPRS
ANOPRS
ANOPR
ANOPR
NOPR
NOPR
NPQR
PQR
QR
Q
Q
Q
Q
Q
Q
Q
Buying Tail am unteren Rand: einzelne TPOs (hier „Q“) zeigen, dass tiefere Preise schnell abgelehnt wurden (Excess).

Single Prints

Ein Single Print ist eine Reihe mit nur einem TPO. Der Markt ist dort schnell und einseitig durchgelaufen, der Preis wurde nicht akzeptiert, sondern übersprungen. Wichtig ist der Ort: Am Extrem bilden Single Prints den Tail, also Excess (sauberes Auktionsende). Mitten im Profil sind sie kein Excess, sondern eine dünn gehandelte Schwachstelle, ähnlich einer Niedrigvolumen-Zone. In beiden Fällen bleiben sie als Referenz im Chart.

Eine markt-mechanische Beobachtung: Der Markt besucht solche Zonen häufig wieder. Entscheidend ist, was dann passiert. Werden die Single Prints später aufgefüllt (zu Doppelprints), hat sich etwas geändert, der Bereich wird nicht mehr als Value akzeptiert. Das ist ein Warnsignal für die ursprüngliche Bewegung, kein bequemer Wiedereinstieg.

7202.50
7197.50
7163.75
INITIAL BALANCE (IB)
Perioden A & B markieren die erste Stunde.
SINGLE PRINTS
Preislevel mit nur einem TPO (hier 'm').
Zeigt starkes Momentum ohne Gegenwehr.
VALUE AREA
Value Area High & Low. Rund 70% der TPOs (Zeit, nicht Volumen) liegen zwischen diesen Preisen.
TPO POC
Point of Control. Das Preisniveau, auf dem die meiste Zeit verbracht wurde.
EXCESS (BUYING TAIL)
Aggressiver Preisrücklauf am Rand des Profils.
Signalisiert starke Ablehnung dieser Preise.
UNFINISHED AUCTION
Mehrere Perioden (c, d, e) enden am exakt selben Hoch.
Kein klarer Abschluss – Preis wird oft nochmals getestet.
n
n
n
mn
mn
m
m
m
klm
klm
cdejklm
cdejklm
Fcdejklm
FHacdefjklm
FGHIabcdefjklm
FGHIabcdefijklm
EFGHIabcdfijklm
AEGHIabcdfijklm
AEGHIabcfijklm
AEHIabcfijklm
ADEHIabfhijkl
ABDEIabfhijkl
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ABDIJZafhij
ABDIJZafhij
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ABCDJXYZafh
ABCDJXYZafh
ABCDJXYZafh
ACJKXYZafh
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ACJKXYZfh
AJKLXYZfh
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AJKLVWXYfgh
AJKLVWXYfgh
AJKLMUVWXfgh
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AJMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
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AJMTUVWfgh
AMTUVWfgh
AMSTUVWfg
AMSTUWg
AMSTUWg
AMOSTUWg
AMOPSTUWg
AMNOPRSTWg
AMNOPRSg
AMNOPRSg
ANOPRS
ANOPRS
ANOPR
ANOPR
NOPR
NOPR
NPQR
PQR
QR
Q
Q
Q
Q
Q
Q
Q
Single Print: die Reihe „m“ wurde nur von einer Periode berührt, ein schneller, einseitiger Schub ohne Akzeptanz.

Poor Highs & Lows / Unfinished Auction

Das Gegenteil von Excess ist ein Extrem ohne Tail: Mehrere Perioden enden flach am exakt selben Hoch oder Tief, ohne dass der Preis aggressiv zurückgewiesen wurde. Es fehlt die Ablehnung, die Auktion ist nicht sauber abgeschlossen. Erfahrungsgemäß werden solche Ränder häufig erneut getestet, um die Auktion zu „beenden".

Ein Bild, viele Namen: Solche Extreme heißen Poor High/Low, Unfinished Auction oder Equal Highs/Lows. Gemeint ist immer dasselbe: ein Extrem ohne Excess. Ein einzelnes Poor Low ist nur ein Datenpunkt, mehrere übereinander erhöhen das Risiko für die Longs deutlich. Dazu gehört aber eine zweite Lesart: Ein Poor Low entsteht oft, weil sich späte Verkäufer am Tief gestapelt haben, der Markt also zu short positioniert ist. Kurzfristig kann genau das eine Short-Covering-Rally befeuern (Shorts kaufen ihre Positionen zurück), und trotzdem bleibt die Stelle strukturell schwach und wird später oft repariert. Die beiden Lesarten widersprechen sich nicht, sie leben auf verschiedenen Zeithorizonten.

7202.50
7197.50
7163.75
INITIAL BALANCE (IB)
Perioden A & B markieren die erste Stunde.
SINGLE PRINTS
Preislevel mit nur einem TPO (hier 'm').
Zeigt starkes Momentum ohne Gegenwehr.
VALUE AREA
Value Area High & Low. Rund 70% der TPOs (Zeit, nicht Volumen) liegen zwischen diesen Preisen.
TPO POC
Point of Control. Das Preisniveau, auf dem die meiste Zeit verbracht wurde.
EXCESS (BUYING TAIL)
Aggressiver Preisrücklauf am Rand des Profils.
Signalisiert starke Ablehnung dieser Preise.
UNFINISHED AUCTION
Mehrere Perioden (c, d, e) enden am exakt selben Hoch.
Kein klarer Abschluss – Preis wird oft nochmals getestet.
n
n
n
mn
mn
m
m
m
klm
klm
cdejklm
cdejklm
Fcdejklm
FHacdefjklm
FGHIabcdefjklm
FGHIabcdefijklm
EFGHIabcdfijklm
AEGHIabcdfijklm
AEGHIabcfijklm
AEHIabcfijklm
ADEHIabfhijkl
ABDEIabfhijkl
ABDEIafhij
ABDIJZafhij
ABDIJZafhij
ABCDIJXZafh
ABCDJXYZafh
ABCDJXYZafh
ABCDJXYZafh
ACJKXYZafh
ACJKXYZfh
ACJKXYZfh
AJKLXYZfh
AJKLXYfh
AJKLWXYfh
AJKLVWXYfgh
AJKLVWXYfgh
AJKLMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
AJMUVWXfgh
AJMTUVWfgh
AJMTUVWfgh
AMTUVWfgh
AMSTUVWfg
AMSTUWg
AMSTUWg
AMOSTUWg
AMOPSTUWg
AMNOPRSTWg
AMNOPRSg
AMNOPRSg
ANOPRS
ANOPRS
ANOPR
ANOPR
NOPR
NOPR
NPQR
PQR
QR
Q
Q
Q
Q
Q
Q
Q
Unfinished Auction: die Perioden „c“, „d“ und „e“ enden am selben Hoch, ohne Tail. Kein sauberer Abschluss, der Rand wird oft erneut getestet.

Anomaly

Anomaly ist der Oberbegriff für eine Stelle ohne Symmetrie, also strukturelle Schwäche im Profil. Poor Highs/Lows und Single Prints sind konkrete Fälle davon. Weil der Markt diese Stellen unsauber gebaut hat, kehrt er häufig in der laufenden oder folgenden Session zurück, um sie zu reparieren.

Das ist eine markt-mechanische Interpretation, kein Trigger. Eine Anomalie ist ein Datenpunkt, erst in Kombination (mehrere Poor Lows, plus Single Print, plus Gap) wird sie gewichtig. Und Vorsicht: Sie entsteht aus Zeit und Preis, ein reines Volumenprofil kann Anomalien vortäuschen, die im TPO keine sind.

ANOMALYUnrepariert: Poor High und Single Prints stehen offenAUFGEKLAPPTGESCHLOSSENPoor Highflach, kein TailSingle Printsnur 1 TPOKLKLIKLIJKLHIJKLGHIJKLGHIJKLGHIJKLGHIJKLGHIJGHIJFGHJFGFGFGFFCEFBCEFABCDEFABCDEFABCDEABCDEABCDEABDEBDBBKLKLIKLIJKLHIJKLGHIJKLGHIJKLGHIJKLGHIJKLGHIJGHIJFGHJFGFGFGFFCEFBCEFABCDEFABCDEFABCDEABCDEABCDEABDEBDBB
Unrepariert: ein schneller Move ließ in der Mitte Single Prints stehen (nur 1 TPO), und der Tag endete in einem Poor High (flacher Top, kein Tail darüber). Solche offenen Stellen werden oft erneut getestet. A und B (hell) markieren die Initial Balance.

Halfback

Halfback ist schlicht die Mitte der Tagesspanne (50%), ein dynamischer Bezugspunkt, der sich verschiebt, sobald die Spanne nach oben oder unten wächst. Er gehört zu den sehr mechanischen Ankern der Tagesebene (day timeframe, die Perspektive des kurzfristigen Händlers), neben Eröffnung und Vortags-Settle (dem offiziellen Abrechnungspreis, mit dem der Vortag geschlossen wurde).

An ruhigen Tagen, an denen die Tagesebene rotiert statt zu trenden, wirkt Halfback als Mittelwert-Anker: ein Niveau, zu dem der Preis zurückkehrt und an dem er reagiert. Aber das ist regimeabhängig: Steht die andere Zeitebene im Trend, sind solche Anker fast bedeutungslos. Wer sie dann handelt, stellt sich vor den Zug.

HALFBACKDie 50%-Mitte im TPO-ProfilAUFGEKLAPPTGESCHLOSSENTageshochTagestiefHalfback50% MitteJJGHJKGHJKGHIJKFGHIJKFGIJKEFGIJKEFGIJKEFGIKNBCEGIKMNBCEGIKLMNBCEKLMNBCDEKLMNOABCDEKLMOABCDLMOPABCLMOPQABCLMOPQBCLMOPQBLOPQLOPQLOPQOPQOPQOPPJJGHJKGHJKGHIJKFGHIJKFGIJKEFGIJKEFGIJKEFGIKNBCEGIKMNBCEGIKLMNBCEKLMNBCDEKLMNOABCDEKLMOABCDLMOPABCLMOPQABCLMOPQBCLMOPQBLOPQLOPQLOPQOPQOPQOPPBeide zeigen dieselbe Session. A und B (hell) markieren die Initial Balance.An einem von der anderen Zeitebene getriebenen Trendtag ist Halfback kaum relevant.
Dieselben Daten als TPO: links aufgeklappt (jede Periode an ihrer Zeitspalte), rechts geschlossen (zum Profil zusammengeschoben). Der Halfback ist die 50%-Mitte zwischen Tageshoch und Tagestief.

Activity Types: Initiative vs. Responsive

Ab hier wird es fortgeschritten. Die Bausteine bis hierher (TPO, Value, Excess, Single Prints, Poor Highs) reichen, um ein Profil zu lesen. Die nächsten vier Blöcke, Activity Types, OTF-Kontrolle, Overnight Inventory und Brackets, beantworten die anspruchsvollere Frage, wer den Markt gerade steuert. Als Einsteiger musst du sie nicht auf einmal beherrschen: verschaff dir hier einen Überblick und komm später zum Vertiefen zurück.

Hier müssen wir sauber zwischen Beobachtung und Interpretation trennen. Aktivität wird immer relativ zur Vortags-Value gelesen, nicht nach Richtung:

  • Initiative: Handel weg von der Value. Kaufen in oder über der Value, verkaufen in oder unter der Value. Jemand handelt trotz unbequemer Preise, das zeigt Überzeugung.
  • Responsive: Handel zurück zur Value. Kaufen unter der Value (billig), verkaufen über der Value (teuer). Das ist eher opportunistische Gegenwehr.

Der häufigste Fehler ist, nach Richtung zu klassifizieren. „Preis fällt und findet Käufer" ist für sich genommen nicht responsive, erst die Tatsache, dass der Preis unter der Value liegt, macht das Kaufen responsive. Und dieselbe Stelle trägt oft beide Etiketten: Der Schub, der ein Extrem bildet, ist die initiative Extension der einen Seite, die Zurückweisung dort die responsive Gegenwehr der anderen. Ein Buying Tail am Tief ist beides zugleich, eine initiative Verkaufs-Extension nach unten und die responsive Kaufreaktion, die sie zurückweist. Welches Etikett zählt, hängt davon ab, wessen Handeln du gerade beschreibst.

PREMIUMÜber Fair ValueDISCOUNTUnter Fair ValueVAHPOCVALValue AreaInitiativeBuyingAggressiv über ValueResponsiveSellingVerkauft Premium zurückInitiativeSellingAggressiv unter ValueResponsiveBuyingKauft Discount zurück
Initiative vs. Reaktive Aktivität an den Rändern der Value Area

Wer steuert? OTF-Kontrolle & One-Time-Framing

Der Markt ist ein Tauziehen zwischen der anderen Zeitebene (Other Time Frame, der längerfristige Teilnehmer) als Käufer und als Verkäufer, mit dem kurzfristigen Händler als Vermittler dazwischen. Die Schlüsselfrage ist: Wer ist gerade in Kontrolle?

  • Eine Zeitebene (one-time-framing): Eine Seite der anderen Zeitebene treibt die Richtung. Nach oben heißt das: Das Tief jeder Periode bricht nicht das Tief der vorherigen. Typisch für einen Trendtag.
  • Zwei Zeitebenen: Andere und Tagesebene teilen sich die Kontrolle, der Preis rotiert ohne Richtungsdruck. Typisch für Balance.

Wichtig ist die Reihenfolge: Zeit liefert das erste Signal, Struktur bestätigt. Und die längere Zeitebene sticht die kürzere. Wenn die andere Zeitebene den Markt führt, verlieren day-timeframe-Anker wie Eröffnung, Halfback oder Vortageshoch an Bedeutung.

EINE ZEITEBENETrend als Chart: eine Seite in Kontrolle
DERSELBE TREND ALS TPOOne-Time-Framing: jede 30-Min-Periode höherAUFGEKLAPPTGESCHLOSSENIIHIHIHIHHHHGHGHGHGHGGFGFGFGEFGDEFGDEFGDEGCDGCDCDBCDABCABCABABABABIIHIHIHIHHHHGHGHGHGHGGFGFGFGEFGDEFGDEFGDEGCDGCDCDBCDABCABCABABABAB
ZWEI ZEITEBENENBalance als Chart: keine Seite führt
DIESELBE BALANCE ALS TPORotation: 30-Min-Perioden überlappen mittigAUFGEKLAPPTGESCHLOSSENFFFFFFFFFGFGCFGACFGIACFGIACFGIABCFGHIABCDFGHIABCDFGHIABCDFGHIABCDEFGHIABCDEFGHIABCDEFGHIACDEFGHIACDEFGHIACDEGHIADEHIDEHIDEHIDEHIEHIEHIHIHIFFFFFFFFFGFGCFGACFGIACFGIACFGIABCFGHIABCDFGHIABCDFGHIABCDFGHIABCDEFGHIABCDEFGHIABCDEFGHIACDEFGHIACDEFGHIACDEGHIADEHIDEHIDEHIDEHIEHIEHIHIHI
One-Time-Framing: solange jede Periode ein höheres Tief macht (die andere Zeitebene drängt in eine Richtung), ist sie in Kontrolle. Überlappen sich die Perioden und der Preis rotiert, teilen sich zwei Zeitebenen die Kontrolle (Balance). Im TPO sieht man es sofort: der Trend treppt nach oben, die Balance baut eine Glocke. Zeit gibt das erste Signal, Struktur bestätigt.

Overnight Inventory

Vor der Eröffnung lohnt ein mechanischer Blick auf die Nacht. Man misst den Overnight-Handel gegen das Vortags-Settle: Liegt er überwiegend darüber, ist das Inventory long, überwiegend darunter short, beidseitig ausgeglichen neutral. Overnight-Volumen ist meist dünn und stammt von kurzfristigeren, schwächeren Händen.

Ist das Inventory zu weit long oder short, folgt nach der Eröffnung oft ein Adjustment: Diese Long bzw. Short Hands (überpositionierte, schwache Hände, die zu weit gelaufen sind) werden rausgespült, der Preis kehrt Richtung Balance zurück. Die wichtigste Feinheit ist der Umkehrschluss: Bleibt das Adjustment trotz Ungleichgewicht aus, ist das ein Zeichen kurzfristiger Stärke. Und: Verwechsle die Korrektur (altes Geschäft) nicht mit echtem neuem Richtungsgeschäft.

LONG INVENTORY
Overnight über dem Settle. Zur Eröffnung werden die Longs rausgespült, der Preis fällt zurück zur Balance.
SettleVortagOvernight (dünnes Volumen)EröffnungInventory longAdjustment Longs werden rausgespült
SHORT INVENTORY
Overnight unter dem Settle. Zur Eröffnung werden die Shorts rausgespült, der Preis steigt zurück zur Balance.
SettleVortagOvernight (dünnes Volumen)EröffnungInventory shortAdjustment Shorts werden rausgespült
Overnight Inventory: handelt die Nacht überwiegend über dem Settle, ist das Inventory long, unter dem Settle short. Zur Eröffnung kommt echtes Volumen, und die zu weit gelaufenen Hände werden oft rausgespült (Adjustment), der Preis kehrt durch das Settle zur Balance zurück. Umschalten zwischen Candles und TPO zeigt dieselbe Session aus beiden Blickwinkeln. Bleibt das Adjustment trotz Ungleichgewicht aus, ist das selbst ein Zeichen, hier von kurzfristiger Stärke in Richtung des Inventory.

Bracket Theory

Eine Bracket ist eine Balance-Phase: mehrere Tage mit überlappenden Ranges, in denen der Markt Preis als fair für beide Seiten bestätigt. Ein Trend ist „unfair zu einer Seite", eine Bracket erklärt Preis wieder als fair. An den Rändern einer haltenden Bracket wird responsive gehandelt (oben verkauft, unten gekauft), fallendes Volumen am Rand bestätigt, dass sie hält.

Wichtig: Brackets sind ineinander geschachtelt (kurzfristige Ranges in mittelfristigen Brackets in langfristigen Auktionen) und im Nachhinein leicht, in Echtzeit aber schwer zu erkennen. Langfristige Trends gehen fast nie direkt in die Gegenrichtung, sie wechseln erst in eine Bracket.

BRACKET THEORY
Balance, Ausbruch, neue Balance
Bracket 1 (Balance)Bracket 2neue BalanceAusbruchValue wird neu bewertetAn den Rändern: oben responsive verkaufen, unten responsive kaufen.Fallendes Volumen am Rand bestätigt die Balance.
Bracket Theory: der Markt balanciert in einer Spanne, bis der Preis als unfair gilt. Dann sucht er per Ausbruch eine neue Balance. Im TPO wird daraus eine Doppel-Verteilung: zwei dicke Profile, verbunden durch dünne Single Prints. Brackets sind ineinander geschachtelt und erst im Nachhinein leicht zu erkennen.

Die Eröffnung lesen

Der Tagestyp zeigt sich erst am Ende. Die Eröffnung dagegen verrät früh, mit wie viel Überzeugung die andere Zeitebene startet. James Dalton unterscheidet klassisch vier Eröffnungsarten, geordnet von hoher zu niedriger Konviktion. Bezugsrahmen ist die Eröffnungsspanne der ersten Minuten.

  • Open-Drive: Der Markt eröffnet und läuft sofort entschlossen in eine Richtung, ohne in die Eröffnungsspanne zurückzukehren. Die andere Zeitebene war schon vor der Glocke entschieden. Höchste Konviktion, ein Open-Drive-Tag hält seine Richtung oft bis zum Schluss.
  • Open-Test-Drive: Der Markt testet erst kurz eine Richtung, lehnt sie sichtbar ab und läuft dann entschlossen in die Gegenrichtung. Fast so stark wie ein Open-Drive, nur mit einem prüfenden Schritt davor.
  • Open-Rejection-Reverse: Der Markt läuft in eine Richtung, wird zurückgewiesen und dreht durch die Eröffnung hindurch in die Gegenrichtung. Geteilte Kontrolle, deutlich weniger überzeugt als ein Drive.
  • Open-Auction: Der Markt pendelt um die Eröffnung in beide Richtungen, ohne sich festzulegen. Niedrigste Konviktion, typisch für einen Balance-Tag ohne klare andere Zeitebene.

Was das leistet (und was nicht): Die Eröffnungsart verschiebt die Erwartung (eher Trend oder eher Rotation), sie ist kein Fahrplan. Ein Open-Drive kann scheitern, eine Open-Auction spät in einen Trend kippen. Sie ist ein früher Konviktions-Hinweis, den die Reaktion an einer Location bestätigen muss, kein Einstieg für sich.

TPO Profile Types (Tagestypen)

Aus der Form des fertigen Profils lassen sich Tagestypen ableiten, klassisch sechs. Bezugsrahmen ist immer die Initial Balance. Die Labels sind eine Lernkonvention, nicht in Stein gemeißelt, und beschreibend, nicht vorhersagend.

IBADABDIABCDFIKABCDEFHIKLABCDEFGHIJKLABCEGHJKLABEGJB
Normal Day
Breite Initial Balance, kaum Extension. Glocke, zweiseitiger Handel.
IBJLFGHIJKLEFGHIJKLDEFGHIJKABCDEGABCDABCAB
Normal Variation
Engere IB, dann einseitige Extension. Value verschiebt sich.
IBLKLJKLIJKHIGHFGEFDECDBCABA
Trend Day
Dünn und langgestreckt, einseitig. Höchste Überzeugung.
IBGHJKLGHIJKLGHIJKLFGIFFFABDEFABCDEABCDEAC
Double Distribution
Zwei Verteilungen, getrennt durch Single Prints.
IBABDEGHIKABCDEFGHIJKLABCDEFGIJKLACFJ
Nontrend Day
Enge Range, nie erweitert. Niemand in Kontrolle (oft vor News).
IBEFDEFABCDEFGABCDFGHKLABCGHJKLABHIJKLHIJI
Neutral Day
Range Extension auf beiden Seiten. Echter Kampf um Kontrolle.
TPO Profile Types: die fertige Form verrät, wer den Tag kontrolliert hat. Alle sechs Profile liegen auf derselben Preisskala, so springt der Unterschied ins Auge: Trend lang und dünn, Nontrend kurz und fett. Die hellen Buchstaben A und B sind die Initial Balance (die erste Stunde, zwei 30-Minuten-Perioden), die IB-Klammer links zeigt ihre Spanne. Sie ist der Bezugsrahmen jedes Tagestyps. Die Labels sind eine Lernkonvention, kein Naturgesetz, und beschreibend, nicht vorhersagend.

Einordnung: Tagestypen setzen die Erwartung („eher Balance oder eher Trend?"), sie finden nicht den Einstieg. Der teuerste Fehler ist, einen Trendtag nicht als solchen zu erkennen und gegen ihn zu handeln.

TPO vs. Volume Profile

Beide beantworten dieselbe Frage, „wo liegt Wert?", mit unterschiedlicher Einheit. Sie ergänzen sich, sie ersetzen sich nicht.

I
TPO / Market Profile
Misst Zeit pro Preis. Stark im Ablauf und Charakter der Auktion: IB, Range Extension, Tails, unfertige Ränder, Tagestypen.
II
Volume Profile
Misst Volumen pro Preis. Stark darin, zu zeigen, wo tatsächlich Kontrakte gewechselt haben: HVN, LVN, der volumenbasierte POC.

Oft zeigen beide ein ähnliches Bild, weil viel Zeit meist auch viel Volumen bedeutet. Interessant wird es, wo sie auseinanderlaufen: viel Zeit bei wenig Volumen (zähes Aushandeln) oder viel Volumen in kurzer Zeit (eine schnelle, heftige Auseinandersetzung) erzählen unterschiedliche Geschichten über dieselbe Stelle.

Typische Fehler

  • TPO als Signal handeln: POC, Single Print oder Poor High sind Struktur, kein Einstieg. Bedeutung bekommen sie erst durch Bias, Location und Reaktion.
  • Zeit mit Volumen verwechseln: Das TPO-Profil zählt Zeit, nicht Kontrakte. Wer es wie ein Volume Profile liest, zieht falsche Schlüsse.
  • Anker im falschen Regime: Halfback, Eröffnung und Co. zählen an Balance-Tagen. Im Trend der anderen Zeitebene werden sie überrollt.
  • Zu früh auf Reparatur setzen: Poor Highs/Lows und Single Prints werden oft, nicht immer und nicht sofort, erneut getestet. Das ist eine Tendenz, kein Termin.
  • Korrektur für Trend halten: Ein Overnight-Adjustment oder Short-Covering ist altes Geschäft. Es als neues Richtungsgeschäft zu lesen, ist die klassische Trend-Falle.
  • Form ohne Ablauf lesen: Nur die geschlossene Ansicht verschenkt die halbe Information. Wie ein Profil entstand, ist so wichtig wie seine Form.

Hinweis: Alle Preise und Muster hier sind didaktische Beispiele, kein Handelssignal und keine Finanzberatung. TPO liefert Kontext, der am Markt geprüft werden muss.

Fazit

Das Market Profile übersetzt die Auktion in eine Karte aus Zeit. Es sagt dir nicht, wo du kaufen sollst, sondern wo der Markt akzeptiert und wo er abgelehnt hat, und wer ihn gerade steuert. Das ist der Kontext, in dem alles andere erst Sinn ergibt.

  • I. TPO = Zeit pro Preis: Jeder Buchstabe eine Periode. Viel Zeit heißt viel Akzeptanz. Aufgeklappt zeigt den Ablauf, geschlossen die Verteilung.
  • II. Excess vs. unfertig: Ein Tail ist ein sauberer Abschluss und eine Referenz. Ein Poor High/Low (Anomalie) bleibt offen und wird oft repariert.
  • III. Wer steuert: Activity Types (relativ zur Value), one-time-framing und Overnight Inventory beantworten, wer gerade Kontrolle hat. Die längere Zeitebene sticht.
  • IV. Struktur, kein Signal: Brackets, Tagestypen und das Volume Profile liefern Kontext. Den Trade entscheidet erst die Reaktion.

Wissens-Check

Prüfe dein Wissen anhand von 10 Fragen. Die Auflösung kommt direkt nach jeder Antwort, jeder neue Versuch zieht andere Fragen aus dem Pool.

Frage 1 / 10
01Wofür steht die Abkürzung TPO?